Sommer 2018

Es ist der Dürre-Sommer. In Schweden in der Region Växjö hat es seit Anfang Mai nicht mehr geregnet; dazu kommt ein ständiger Wind, der den Boden weiter austrocknet und extreme Hitze von 25-30 Grad. Die Region heißt zwar Värmland (Warmland), aber so dolle muss es nun auch nicht sein. Hier in Ostbrandenburg haben wir seit 10.7.2018 fast jeden Tag Regen. Trotzdem sind die Felder in der Umgebung verdorrt, haben dunkle Flecken (Schimmel? Trockenheit?). Die Bauern haben die Felder gänzlich aufgegeben: Ernten und eventuell Funkenflug verursachen ist keine gute Kombination. Der Trinkwasserspiegel in unserer Stadt ist wohl noch ausreichend. Trotzdem ist die Vorstellung, dass die Umgebung großflächig brennen könnten, grausam. Erinnerungen an die Torfmoor-Brände vor Moskau im Jahr 2010 werden wach [1].

Naheliegend ist die Vorstellung: keine Ernte, kein Essen. Was kann man kaufen, wenn es kein Brot, kein Mehl mehr gibt? Auch die Früchte und Gemüse werden teurer werden. Lösung: Nudeln. Morgens, mittags, abends Nudeln. Süß und Salzig. Jetzt schon Pastas herstellen. Man braucht für 2 Personen ca 90 kg irgendwas (Nudeln, Pastas, sonstiges haltbare Zeugs). Mein Schatz meint, dass es keine Notlage geben wird…

Und wie sieht es bei uns im Garten aus? Auch hier waren viele Pflanzen dem Ende nahe; einige sind auch hin. Rhododendren werde ich aus dem Garten verbannen müssen: hier gibt es niemals genug Feuchtigkeit, als dass sie hier eine Chance hätten.
Am Tag vor dem großen Regen (es war vollkommen unklar, ob wir überhaupt Regen bekommen!) hatte ich frei und bin gleich früh raus. Mein Smartphone habe ich alle 15 Minuten klingeln lassen und bin dann immer los und habe den Wasserschlauch weitergezogen. Einen Tag lang um die 3000 Quadratmeter einigermaßen intensiv an den wichtigsten Stellen zu bewässern.
Verluste: Rhododendren, ein Blasenstrauch, etliche Topinambur und andere “Un-Kräuter”, ein Johannesbeerbusch, der Rasen.
Am Rasen haben wir als erstes gesehen, dass er sich wieder erholt hat. Eine weitere Lehre: dort wo Bäume sind, verbrennt die Erde nicht so stark. Windbrecher sind auch hilfreich.

[1] https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2010-07/waldbraende-russland